Deception Island

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Im Vulkan: Deception Island

Die ungefähr 20 km südlich der Livingston-Insel in der Bransfieldstraße liegende Insel Deception Island ist eine große noch aktive Vulkaninsel, deren Caldera eingebrochen ist, ebenso wie die Kraterwand.

Eine enge Durchfahrt "Neptuns Blasebalg" ermöglicht es Schiffen, in den vom Meer gefluteten Krater einzufahren, der einen Durchmesser von 13 bis 14 km hat.

Durch vulkanische Aktivität liegt die Wassertemperatur dort bei etwa 10 °C. An einem Strand liegen heiße Quellen, ein weiterer Beweis für die anhaltende Aktivität.

Die Caldera bot Walfängern einen natürlichen geschützten Hafen und Deception Island wurde ein Zentrum des Walfangs (Whalers Bay).

Vermutlich als Erster segelte der amerikanische Robbenfänger Hero unter seinem Kapitän Nathaniel Palmer in den später als Port Foster bezeichneten natürlichen Hafen. Dieser ist nach Henry Foster benannt, der 1829 als Leiter der ersten wissenschaftlichen Expedition in die Antarktis geophysikalische Messungen mit dem Reversionspendel in der nach diesem Ereignis benannten Pendulum Cove (englisch für Pendelbucht) durchführte.

1842 wurde erstmals ein Vulkanausbruch auf der Insel direkt beobachtet. Der Vulkanismus beeinträchtigte bis zu dem Ausbruch im Jahr 1967, der eine Phase größerer Aktivität einleitete, weder die Tätigkeit der Walfänger und Robbenschläger noch die der Forscher in größerem Maße. Beim Ausbruch von 1967 wurden die englische Forschungsstation an der Whalers Bay sowie die chilenischen Forschungsstationen Pedro Aguirre Cerda und Gutiérrez Vargas an der Pendulum Cove schwer beschädigt. Der Versuch der Briten, ihre Station 1969 wieder aufzubauen, wurde durch einen erneuten Ausbruch am 21. Februar an der westlichen Seite des Mount Pond beendet, der zur endgültigen Aufgabe der Station zwei Tage später führte. (Wikipedia)

Abbildung rechts: Wikipedia: Treehill [CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)]

Neptuns Blasebalg

Langsam und vorsichtig nähert sich die MS Hamburg der engen Durchfahrt in den Vulkan. Die mögliche Fahrrinne ist viel schmaler als es hier erscheint: unter Wasser liegen gefährliche Felsen und die Passage ist so eng, dass Schiffe bei schlechter Witterung aus Sicherheitsgründen unmöglich in die Caldera einfahren können.

Zudem ist Deception Island eines der meistbesuchten Ziele der Kreuzfahrtschiffe in der Antarktis. Da jederzeit Gegenverkehr möglich ist, müssen die Funkgeräte genauestens überwacht werden, und unmittelbar vor der Einfahrt warnt die MS Hamburg mit Nebelhorn-Signalen und kündigt ihre Einfahrt an.

In der Caldera

Die MS Hamburg ist in die Caldera eingefahren und wir sehen, wie riesig der Kratersee ist.

Wir kreuzen über eine Stunde in der Caldera, sehen an den Hängen Kolonien von Pinguinen und Ruinen der Walfang-Stationen.

Whalers Bay

Wahlers Bay mit MV FRAM

Whalers Bay

In der Caldera begegnen wir der MV FRAM, mit welcher wir fünf Jahre zuvor die Antarktis besucht hatten. Damals lag Deception Island leider nicht auf unserer Route, bzw. wir hatten es in tiefer Nacht passiert. Auch mit der MS Hamburg können wir leider nicht anlanden, denn in der Antarktis gelten strenge Regeln für die Schiffe und die Anzahl der Passagiere, die gleichzeitig einen Landgang machen dürfen. Da MV FRAM ihre Passagiere längst durch die Ruinen der Walfang-Station führt bleibt uns bedauerlicherweise der Landgang verwehrt.

Zudem hat es unser Kapitän eilig die Rückfahrt nach Ushuaia anzutreten: der Wetterbericht sagt einen Orkan in der Drake Passage mit Wellen bis 15 Metern voraus und er hofft, noch schnell vor dem Sturm durchschlüpfen zu können.

Ausfahrt aus der Caldera

  • Ausfahrt durch  Neptuns Blasebalg
  • Felsen im Wasser machen die Durchfahrt durch die eingebrochene Kraterwand gefährlich
  • Kraterwand
  • Hoch oben am Kraterrand, an einem geothermalen Gebiet, befindet sich eine große Pinguinkolonie
  • Landgang! An diesem Strand gehen die Pinguine an Land und erklettern mühsam den Hang zu ihren Nestern

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